Sonntag, 17. Mai 2015

Frühlingserwachen auf Krk: mare-mundi eröffnet die Schule am Meer

Die Schule am Meer auf der kroatischen Insel Krk hat im Mai 2015 ein neues Kapitel seiner Geschichte aufgeschlagen.

Ein Nasslabor mit mehreren Arbeitsplätzen für Forscher (und Jungforscher - also Studenten) und ein Schulungsraum mit Mikroskopie für Schüler wurde eingerichtet. Der gemeinnützige und steuerbegünstigte Verein mare-mundi steht für Foschung, Bildung und Meeresschutz, die neue Infrastruktur hilft uns wesentlich diesem Auftrag nachzukommen all das unter dem Motto "meer wissen erleben". 
Ab 1. Juni haben wir Vollbetrieb, und das bedeutet für die Öffentlichkeit, dass man uns jederzeit besuchen und vor Ort naturkundliche Programme mitmachen kann. Auch Kinder bzw. Familien mit Kindern sind uns willkommen. Euer Besuch hilft uns die kleine Einrichtung erhalten und weiter ausbauen zu können. 
Das Mittelmeer ist das geschichtsträchtigstes Meer unserer Erde. Es birgt viele Geheimnisse und erzählt viele spannende Geschichten. Doch ist es auch eines der am stärksten bedrohten Meere überhaupt. mare-mundi bemüht sich einen Beitrag dafür zu leisten, dass das Bewusstsein für den dringenden Schutz des Mittelmeeres die breite Öffentlichkeit erreicht.

Romantischer Ausklang des Tages nach einem arbeitsreichen Einsatz unseres Teams beim Aufbau der Station (Hochplateau in Richtung Stara Baska).

Rudy, unser Kameramann und Fotograf  (http://www.rudydellinger.com) mit seiner Drohne, die unglaubliche Aufnahmen liefert. Ein neues Informationsvideo über die Arbeit von mare-mundi und der Schule am Meer auf Krk entsteht gerade.

Die Herzen der Mittelmeerliebhaber schlagen im Mai höher ... Blühender Salbei.

Pfriemenginster , eine sehr typische mediterrane Pflanze in Vollblüte.

Die Landschaft duftet nach Salbei ... Die vielen ätherischen Öle, die man überall riecht, gehören auch zu den Anpassungen der mediterranen Vegetation an die Bedingungen des Klimas.

Unsere Aquarien sind nicht nur nett anzuschauen, sondern erfüllen auch wichtige didaktische und wissenschaftliche Aufgaben für die Biologen.


Dr. Hubert Blatterer und sein Team bei der Bestimmung von Muscheln, Schnecken und anderen Meeresbewohnern.

Die Molluskensammlung der Schule am Meer umfasst derzeit etwa 80 Arten. Jede Art wurde unter der Leitung von Dr. Hubert Blatterer bestimmt und beschriftet. Die Sammlung dient vor allem didaktischen Zwecken.

Neben den Planktonorganismen finden sich in den Proben auch Objekte, die der Wind ins Meer verfrachtet hat und die an Land ihren Ursprung haben. Zum Beispiel Pollen, im Mai waren es besonders häufig Pollen der gerade blühenden Kiefern wie Pinus halepensis. Das Wasser mancher Buchten ist durch diesen Pollenflug ganz gelb. Doch viel beunruhigender ist, dass sich sehr häufig Mikroplastik in den Proben findet, ein großes Problem der Gegenwart. Diese durch Menschen erzeugte Mikropartikel ziehen magisch die Giftstoffe an (die ebenfalls von uns stammen). Und so konzentrieren sich die Gifte in der Nahrungskette. Die Menschheit (und wir als Einzelpersonen) muss sehr dringend etwas gegen diese Plastikbelastung unserer Welt tun!

Wenig überraschend fallen die Planktonproben im Mai sehr üppig aus. Das Phytoplankton blüht, das Zooplankton findet viel Nahrung und entwickelt sich prächtig.



Text und Fotos: Robert Hofrichter